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ITALIEN
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Italien ist je nach Jahr der größte Weinproduzent der Welt und zugleich das vielfältigste Weinland überhaupt. In allen 20 Regionen wird Wein erzeugt, von den alpinen Hängen Südtirols bis zu den heißen Küsten Siziliens. Mit rund 2.000 nachgewiesenen Rebsorten besitzt kein Land eine vergleichbare Fülle eigenständiger Trauben.
Bekannt ist Italien vor allem für seine Rotweine, doch das Spektrum ist viel breiter:
Drei Regionen prägen den Ruf des Landes besonders. Das Piemont im Nordwesten ist die Heimat des Nebbiolo, aus dem die tanninstarken, langlebigen Spitzenweine Barolo und Barbaresco entstehen. Für den Alltag stehen hier die saftige Barbera und der Dolcetto, als Weißwein der frische Gavi aus Cortese.
Die Toskana ist das Herz des Sangiovese. Aus ihm entstehen Chianti, Chianti Classico, der gehaltvolle Brunello di Montalcino und der Vino Nobile di Montepulciano. An der Küste von Bolgheri reiften zudem die ersten Supertoskaner heran, die mit internationalen Sorten neue Maßstäbe setzten.
In Venetien dreht sich alles um Valpolicella und Soave: Aus angetrockneten Trauben entsteht der kraftvolle Amarone, während die Garganega den frischen Soave trägt. Weitere wichtige Regionen sind:
Alle Gebiete im Überblick bietet die Weinregion Italien.
Bei italienischem Wein steht die Herkunft im Mittelpunkt. Sie ist in einer vierstufigen Qualitätspyramide geregelt: Mehr als 70 Gebiete tragen die höchste Stufe DOCG, über 300 die Stufe DOC. Wichtig zu wissen: Ein hoher Status garantiert kontrollierte Herkunft und Prüfung, nicht automatisch den besseren Geschmack. Genau deshalb tragen viele Spitzenweine, die Supertoskaner, bewusst nur ein IGT und gehören trotzdem zu den teuersten Weinen des Landes.
| Stufe | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| DOCG | höchste Stufe, mit amtlicher sensorischer Prüfung | Barolo, Brunello, Chianti Classico |
| DOC | kontrollierte Herkunft mit festen Regeln | Valpolicella, Soave |
| IGT | geografische Angabe mit mehr Freiheit | Supertoskaner |
| Vino | einfacher Wein ohne Herkunftsangabe | Tafelwein |
Drei Weine stehen wie keine anderen für den Ruf Italiens, und sie könnten unterschiedlicher kaum sein. Der Barolo aus dem Piemont gilt als König der italienischen Rotweine: tanninstark, komplex und über Jahrzehnte lagerfähig. Der Chianti aus der Toskana ist zugänglicher und vielseitiger, mit frischer Säure und roter Kirschfrucht der klassische Begleiter der italienischen Küche. Der Amarone della Valpolicella schließlich entsteht aus monatelang getrockneten Trauben und wird dadurch dicht, samtig und wuchtig.
| Wein | Region | Rebsorte | Stil |
|---|---|---|---|
| Barolo | Piemont | Nebbiolo | tanninstark, sehr langlebig |
| Chianti | Toskana | Sangiovese | frisch, mittelkräftig, vielseitig |
| Amarone | Venetien | Corvina | kraftvoll, aus getrockneten Trauben |
Die Traube hinter dem Amarone stellen wir bei der Corvina näher vor.
Italien besitzt mehr heimische Rebsorten als jedes andere Land, und viele davon wachsen nur an einem einzigen Ort. Bei den roten Sorten führt der Sangiovese, das Rückgrat der toskanischen Klassiker. Der Nebbiolo bringt im Piemont die langlebigen Spitzenweine hervor, während Primitivo und Negroamaro im Süden für fruchtige Fülle sorgen. Dazu kommen die saftige Barbera, der Montepulciano der Abruzzen und die Corvina aus Venetien.
Bei den weißen Sorten reicht das Feld von der Garganega des Soave über den sizilianischen Grillo und den kampanischen Fiano bis zur toskanischen Vernaccia und dem weit verbreiteten Trebbiano. Einen vollständigen Überblick geben die Kategorien der roten und weißen Rebsorten.
Hinter großen Weinen stehen große Erzeuger, und viele Ikonen Italiens finden sich in unserem Sortiment. Aus dem Piemont stammt Gaja, eines der berühmtesten Weingüter des Landes. Die Toskana ist mit den Ikonen aus Bolgheri, Ornellaia und Tenuta Luce, sowie dem für seinen Brunello bekannten Casanova di Neri vertreten. Vom Gardasee kommt mit Cà dei Frati ein Pionier des Lugana. Alle Erzeuger versammeln sich unter den italienischen Weingütern.
Italienische Weine sind als Speisebegleiter gewachsen, ihre frische Säure macht sie zu idealen Partnern am Tisch:
Supertoskaner sind hochwertige Rotweine aus der Toskana, die internationale Sorten wie Cabernet Sauvignon oder Merlot einsetzen, oft ergänzt durch Sangiovese. Weil sie damit von den klassischen Regeln abweichen, laufen sie häufig nur als IGT, gehören preislich aber zur absoluten Spitze Italiens. Bekannt wurde der Stil in den 1970er Jahren an der Küste von Bolgheri.
Nein. Primitivo stammt aus Apulien im Süden Italiens, nicht aus der Toskana. Verwechslungsgefahr besteht eher beim Namen Montepulciano: Er bezeichnet sowohl eine Rebsorte aus den Abruzzen als auch einen Ort in der Toskana und damit zwei völlig verschiedene Weine.
Am bekanntesten sind Chianti aus der Toskana und Barolo aus dem Piemont. International sehr beliebt sind zudem der fruchtige Primitivo aus Apulien und der kräftige Amarone aus Venetien.
Zu Pizza und Pasta mit Tomatensauce passen klassisch Weine aus Sangiovese wie Chianti, dazu ein junger Primitivo oder ein Montepulciano d'Abruzzo. Ihre Säure nimmt die Tomate auf, ohne das Gericht zu erschlagen.