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Weingut

I Sodi

I Sodi steht für authentische Sangiovese-Weine aus den Hügeln südlich von Florenz. Mit biologischem Anbau, Handlese und spontaner Gärung bringt das Weingut das Terroir unverfälscht zum Ausdruck – eine harmonische Verbindung aus Tradition, Präzision und moderner Handwerkskunst.

I Sodi steht für authentische Sangiovese-Weine aus den Hügeln südlich von Florenz. Mit biologischem Anbau, Handlese und spontaner Gärung bringt das Weingut das Terroir unverfälscht zum Ausdruck – eine harmonische Verbindung aus Tradition, Präzision und moderner Handwerkskunst.

I Sodi - Ein toskanisches Juwel im Herzen der Weinlandschaft

Südlich von Florenz, wo Kalkstein und Lehm ein komplexes Terroir formen, liegt I Sodi auf jenen Hügeln, die seit Jahrhunderten Weingeschichte schreiben. Das toskanische Weingut erstreckt sich über 50 Hektar in exponierter Südlage zwischen 280 und 480 Metern Höhe. Diese Lage ist alles andere als zufällig gewählt.

In der Toskana begründeten bereits die Etrusker eine Weinbautradition, die I Sodi seit der Gründung in den 1970er Jahren konsequent weiterführt. Das Familienweingut nutzt die ausgeprägten Tag-Nacht-Temperaturunterschiede seiner Höhenlage, die Sangiovese-Trauben zu ihrer charakteristischen aromatischen Dichte verhelfen. Frühe Morgensonne und langsame Abkühlung schaffen jenen natürlichen Rhythmus, der in jedem Glas spürbar wird.

Hier verbindet sich italienische Weinkultur mit präzisem Handwerk. I Sodi beweist, dass Tradition und Innovation keine Gegensätze sind, sondern sich ergänzen. Die Weine tragen ihre Herkunft nicht als Bürde, sondern als Auszeichnung. Das macht sie zu einem verlässlichen Kompass in der toskanischen Weinlandschaft.

Geografische Lage und historische Entwicklung des Weinguts

Hügel um Hügel zieht sich das Chianti Classico durch die toskanische Landschaft, erreicht Höhen bis 600 Meter und ruht auf jenem verwitterten Schiefer, den die Einheimischen Galestro nennen. Das prägt bis heute. Hier liegt I Sodi, eingebettet in jene mineralische Prägung, die den Weinen des Gebiets ihre unverwechselbare Signatur verleiht.

Die Wurzeln dieses historischen Weinguts reichen ins 14. Jahrhundert zurück. Damals wurde das Anwesen als traditioneller Mischbetrieb geführt, jene für die toskanische Landwirtschaft typische Verbindung aus Weinreben, Olivenhainen und Obstgärten. Diese Form der mediterranen Polykultur schuf ein nachhaltiges Ökosystem. Was damals Notwendigkeit war, gilt heute als Vorbild moderner Agrarwirtschaft.

Die 1990er Jahre brachten den Wendepunkt. Unter neuer Führung folgte eine durchdachte Modernisierung mit klarem Fokus auf Premium-Weinproduktion. Autochthone Rebsorten wurden neu gepflanzt, zeitgemäße Kellertechnik implementiert. Bewährte Anbaupraktiken blieben erhalten. Ein Balanceakt zwischen Tradition und Innovation.

Terroir und Mikroklima: Die natürlichen Grundlagen von I Sodi

Die geologische Komplexität rund um I Sodi bildet das unsichtbare Fundament für Weine von bemerkenswerter Präzision. Galestro-Böden (Mergel-Schieferböden) und Alberese (kalkhaltiger Sandstein) prägen hier die Rebflächen, wobei ihre exzellente Drainage und ausgeprägte Mineralität ideale Voraussetzungen für qualitativ hochwertige Sangiovese-Trauben schaffen. Das Mikroklima (lokale Klimabedingungen) folgt mediterranen Mustern mit heißen, trockenen Sommern bei durchschnittlich 30°C im Juli und milden Wintern zwischen fünf und zehn Grad, wird jedoch durch die Höhenlage entscheidend modifiziert. Diese Höhenlagen verlängern die Vegetationsperiode und verlangsamen die Reifung, was wiederum die Entwicklung komplexer Aromaspektren begünstigt.

Zwischen jüngeren Anpflanzungen von acht bis fünfzehn Jahren und alten, tiefwurzelnden Rebstöcken von bis zu fünfzig Jahren entsteht eine vielschichtige Altersstruktur, die dem Weingut verschiedene Charakterprofile ermöglicht. Während die älteren Stöcke besonders konzentrierte Trauben mit ausgeprägtem Terroir-Charakter liefern, ergänzen die jüngeren Reben mit ihrer Frische das Spektrum. Der kontrollierte Wasserstress im Höhenlagen-Weinbau, der in trockenen Jahren durch präzise Tröpfchenbewässerung reguliert wird, führt zu kleineren Beeren mit intensiveren Aromen. Dieser scheinbare Nachteil erweist sich als gezieltes Werkzeug für Konzentration und Tiefe.

Die besondere Bodenstruktur und ihr Einfluss auf den Weincharakter

Jede Parzelle erzählt ihre eigene Geschichte. I Sodi folgt strikt den geologischen Gegebenheiten und bewirtschaftet jeden Weinberg individuell nach der Cru-Philosophie, die verschiedene Terroir-Einflüsse in separaten Weinen zum Ausdruck bringt. Der Galestro-Boden, ein brüchiger Kalkmergel mit Schieferanteilen, funktioniert wie ein natürlicher Wärmespeicher. Tagsüber nimmt er die Sonnenwärme auf, nachts gibt er sie gleichmäßig an die Rebstöcke ab. Das Ergebnis sind Trauben mit ausgewogenem Säure-Zucker-Verhältnis und Weine von markanter Mineralität.

In den tieferen Lagen mit höherem Lehmanteil gedeihen internationale Rebsorten wie Merlot und Cabernet Sauvignon besonders gut, während die kargen Höhenlagen mit Alberese-Einlagerungen, einem harten Kalksandstein, das ideale Zuhause für Sangiovese darstellen. Zwischen den Rebzeilen wachsen Klee, Luzerne und verschiedene Gräser. Diese Gründüngung, also das gezielte Einsäen von Pflanzen zur Bodenverbesserung, fördert die natürliche Biodiversität und unterstützt sowohl die Bodengesundheit als auch die biologische Schädlingsbekämpfung.

Philosophie und Handwerkskunst bei I Sodi

Weniger ist mehr, aber nur wenn das Weniger präzise durchdacht ist. I Sodi versteht sich als Wegbereiter jener minimalen Intervention, die seit der biologischen Zertifizierung 2010 das Fundament aller Entscheidungen bildet. Diese Haltung zeigt sich bereits bei der Handlese, wo ausschließlich kleine 15-Kilogramm-Körbe verwendet werden, damit jede Beere unversehrt bleibt. Am Sortiertisch folgt eine zweite Selektion, ein arbeitsintensiver Prozess, der jedoch die Weichen für spätere Komplexität stellt.

Im Keller verschmelzen Tradition und präzise Kontrolle zu einem durchdachten System. Die Spontanvergärung mit natürlichen Hefen (levures indigènes) findet in Betontanks und traditionellen Holzfässern statt, bevor der behutsame Barriqueausbau in französischen Eichenfässern beginnt. Zwischen achtzehn und sechsunddreißig Monaten entwickeln sich die Weine in einer Kombination aus Barriques und großen Botti, wobei die Malo (biologischer Säureabbau) je nach Jahrgang gesteuert wird. Manchmal vollständig für mehr Rundheit, manchmal nur teilweise, um die natürliche Frische zu bewahren.

Vom Rebschnitt bis zur Handlese: Der jährliche Zyklus bei I Sodi

Der Februar markiert den Auftakt des Weinjahres mit dem präzisen Rebschnitt, bei dem jeder Stock individuell behandelt wird. Diese akribische Handarbeit zielt auf niedrige Ertragsmenge von durchschnittlich fünfunddreißig bis fünfundvierzig Hektoliter pro Hektar ab, deutlich unter den gesetzlich erlaubten Höchsterträgen. In den Sommermonaten folgen mehrere Durchgänge der grünen Lese, bei der überzählige Trauben entfernt werden, um Konzentration von Aromen und Phenolen zu maximieren. Die mechanische Bodenbearbeitung erfolgt ohne Herbizide und zwingt die Reben, tiefer zu wurzeln und mehr Mineralität aus dem Untergrund aufzunehmen. Der Lesezeitpunkt richtet sich nicht nur nach dem Zuckergehalt, sondern vor allem nach der phenolischen Reife, ein entscheidender Faktor für Weine mit Struktur und Lagerpotenzial.

Vom Rebschnitt bis zur Handlese: Der jährliche Zyklus bei I Sodi

Jeder Rebstock wird wie ein Individuum behandelt. Im Februar, wenn die Kälte noch in den Trieben steckt, beginnt der präzise Rebschnitt, bei dem die Balance zwischen vegetativem Wachstum und Traubenqualität neu justiert wird. Die bewusste Ertragsreduzierung auf 35 bis 45 Hektoliter pro Hektar liegt deutlich unter den gesetzlichen Höchsterträgen der Region und zeigt die kompromisslose Haltung des Gutes.

In den warmen Sommermonaten folgt die Grüne Lese (Vendange en vert), jene mehrfachen Durchgänge durch die Rebzeilen, bei denen überzählige Trauben entfernt werden. Ziel ist die Konzentration von Aromen und Phenolen in den verbleibenden Beeren. Parallel dazu erfolgt die mechanische Bodenbearbeitung zwischen den Rebzeilen ohne Herbizide, wodurch die Belüftung gefördert und die Wasserkonkurrenz durch Unkraut kontrolliert wird. Diese Methode zwingt die Reben, tiefer zu wurzeln und sich stärker mit dem Terroir zu verbinden.

Die Lese zwischen Mitte September und Ende Oktober richtet sich nicht nach dem Kalender, sondern nach der phenolischen Reife, also dem Reifegrad der Gerbstoffe und Farbstoffe in den Beerenhäuten. Dieser Ansatz, der weit über die simple Zuckermessung hinausgeht, ermöglicht Weine mit echter Struktur und beträchtlichem Lagerpotenzial.

Die Weine von I Sodi: Ausdruck des Terroirs

Im Keller von I Sodi herrscht Zurückhaltung. Das Weinportfolio spiegelt konsequent wider, was jede Parzelle und jeder Jahrgang zu erzählen haben. Statt dominanter Röstaromen setzt die Vinifikation auf große Holzfässer und Betoneier (ovale Betongefäße), die dem Wein das Atmen ermöglichen. Holz als Partner, nicht als Dominant. So bleiben die natürliche Frucht und jene vom Boden geprägte Mineralität erhalten, die jeden Terroirwein authentisch macht. Bevor die Flaschenreifung von sechs bis zwölf Monaten im gutseigenen Gewölbekeller abgeschlossen ist, verlässt kein Wein das Gut. Diese Geduld garantiert, dass bereits eine erste harmonische Trinkreife erreicht wurde.

I Sodi Chianti Classico DOCG

Reinheit hat hier einen Namen. Der Chianti Classico DOCG von I Sodi zeigt Sangiovese in seiner authentischsten Form, gelegentlich begleitet von minimalen Anteilen Canaiolo oder Colorino, die der Cuvée zusätzliche Komplexität verleihen. In der Nase entfalten sich charakteristische Aromen von Sauerkirsche und Veilchen, umrahmt von einem dezenten Duft mediterraner Kräuter, der das toskanische Terroir unverfälscht widerspiegelt.

Der behutsame Ausbau in traditionellen Botti (slawonische Eichenfässer von 20 bis 50 Hektoliter Fassungsvermögen) über zwölf bis vierzehn Monate bewahrt die Primärfrucht, also die ursprünglichen Traubenaromen, und formt gleichzeitig eine seidige Tanninstruktur bei lebendiger Säure. Am Gaumen zeigt er jene Balance aus Kraft und Finesse, die klassischen Chianti Classico DOCG auszeichnet. Als idealer Essensbegleiter harmoniert er perfekt mit Bistecca alla Fiorentina, Wildschweingulasch oder gereiftem Pecorino Toscano.

I Sodi Chianti Classico Riserva DOCG

Nur wenn der Jahrgang es verdient, entsteht diese Riserva. Die Selektion erfolgt rigoros aus den ältesten Parzellen des Weinguts, wo Sangiovese-Reben (die toskanische Leitsorte par excellence) mit ihren tiefen Wurzeln das Terroir von I Sodi in konzentrierter Form zum Ausdruck bringen. Diese alten Reben liefern Trauben von außergewöhnlicher Dichte und Komplexität, die das Fundament für einen Wein bilden, der Zeit als Verbündeten versteht. Der Ausbau über 24 bis 30 Monate erfolgt durchdacht in französischen Barriques (225-Liter-Eichenfässer) zweiter und dritter Belegung sowie großen slawonischen Holzfässern. Diese Barrique-Reifung verleiht zusätzliche Schichten von Tabak, Leder und Lakritz, ohne die primäre Sangiovese-Frucht zu überlagern. Das Reifepotenzial von über 15 Jahren macht diese Riserva zu einem Wein für Geduld und Leidenschaft. Ein Sammlerobjekt, das zeigt, was toskanische Spitzenlagen können, wenn Handwerk auf Zeit trifft.

"Sodi del Paretaio" IGT Toscana (Supertuscan)

Mit seinem Supertuscan betritt I Sodi internationales Terrain, ohne die toskanische Identität zu verlieren. Der "Sodi del Paretaio" entsteht aus einer Cuvée von Merlot und Cabernet Sauvignon, die in den lehmreicheren Parzellen der mittleren Hanglagen wurzeln. Hier finden die bordelaiser Rebsorten jene Bedingungen vor, die Kraft mit Finesse verbinden: ausreichend Feuchtigkeit in trockenen Phasen, aber auch die nötige Drainage bei Regen.

In der Nase zeigt sich ein komplexes Spektrum aus schwarzen Johannisbeeren und reifen Pflaumen, unterlegt von Zedernholz und dunkler Schokolade. Der achtzehntmonatige Ausbau in französischen Barriques (neue und gebrauchte 225-Liter-Fässer) verleiht dem IGT Toscana seine samtige Textur. Das Holz wirkt hier als Strukturgeber, nicht als Aromaspender. Die Fruchtexpression bleibt präsent, während die Tannine an Feinkörnigkeit gewinnen. Ein Wein, der zeigt, wie internationale Rebsorten das Terroir von I Sodi interpretieren können.