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Weingut

Domaine Uby

Erleben Sie die charakterstarken Weine der Domaine Uby, wo das Zusammenspiel von Terroir und traditionellem Handwerk mit moderner Nachhaltigkeit spannende Aromenvielfalt entfaltet.
Erleben Sie die charakterstarken Weine der Domaine Uby, wo das Zusammenspiel von Terroir und traditionellem Handwerk mit moderner Nachhaltigkeit spannende Aromenvielfalt entfaltet.

Domaine Uby – Finesse aus der Gascogne

In der Gascogne, wo sich atlantische Winde mit dem Atem der Pyrenäen treffen, liegt die Domaine Uby auf Böden, die Geschichten erzählen. Gelbbraune Kieselerde, sables fauves genannt, erstreckt sich über dreihundert Hektar und formt ein Terroir, das Präzision mit Großzügigkeit verbindet. François Morel führt hier ein Familienweingut, das seit vier Generationen beweist: Tradition und Innovation sind keine Gegensätze, sondern Partner. Seine Weine sprechen die klare Sprache des Südwestens – mineralisch, frisch, authentisch. Wo andere auf Lautstärke setzen, wählt die Domaine Uby Finesse. Das nummerierte System seiner Cuvées funktioniert wie eine Landkarte durch unterschiedliche Stilwelten, von zugänglicher Direktheit bis zu vielschichtiger Komplexität. Diese Klarheit ist mehr als Philosophie – sie ist das Fundament für Weine, die das Terroir der Gascogne ohne Umwege aussprechen.

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Terroir & Klima der Gascogne – Wo Kieselerde und Atlantik prägen

Kieselerde erzählt Geschichten. In Cazaubon, wo die Domaine Uby ihre Wurzeln hat, sprechen die sables fauves (gelbbraune Sande) eine klare Sprache: Jahrtausende alter Erosion folgend bieten diese Böden den Reben beides zugleich – perfekte Drainage und nächtliche Wärmespeicherung. Was tagsüber gesammelt wird, gibt der Boden in den kühlen Stunden wieder ab. Eine natürliche Klimaanlage, die den Trauben gleichmäßige Reifung beschert und jene mineralische Komplexität hervorbringt, die das Terroir der Gascogne so unverwechselbar macht.

Das Atlantikklima formt hier die Charaktere. Ozeanische Einflüsse sorgen für milde Winter und moderate Sommer, wodurch sich die Vegetationsperiode verlängert. Genau diese Zeit brauchen die Aromen, um sich vollständig zu entfalten. Die Tag-Nacht-Temperaturschwankungen – ein Geschenk der Lage zwischen Meer und Pyrenäen – schärfen die Säurestruktur und verleihen den Weißweinen jene prägnante Frische, die Kieselerde-Weinbau auszeichnet. Reduktion wird hier nicht zum Problem, sondern zum Stilmittel.

Das Mikroklima zeigt sich großzügig, aber nicht verschwenderisch. 700–800 Millimeter Niederschlag jährlich, verteilt über die Saison, halten die Säurestruktur lebendig und unterstützen die charakteristische Frische der Weine. Die Nähe zu den Pyrenäen bringt zusätzliche Kühle in warme Nächte. Dieses Zusammenspiel geologischer und klimatischer Faktoren macht die Domaine Uby zu einem Ort, an dem jeder Tropfen Finesse und Ausdruckskraft in sich trägt.

Bodenbeschaffenheit und geologische Prägung

Die gelbbraunen Kieselerdeböden sprechen eine klare Sprache. Les sables fauves nennen sie die Einheimischen – sandige Ablagerungen, die über Jahrtausende durch Erosion entstanden sind und heute das Fundament für 300 Hektar Rebflächen bilden. Ihre Stärke liegt im Detail: optimale Drainage bei gleichzeitiger Wasserspeicherung – ein Paradox, das funktioniert.

Diese Böden zwingen die Reben zur Tiefe. Ihre Wurzeln müssen arbeiten, sich strecken, um Nährstoffe und Mineralien zu erreichen. Das Ergebnis ist jene mineralische Komplexität, die sich später im Glas zeigt. Die Parzellierung folgt dieser Logik: Leichtere Böden für frische Weißweine, schwerere Lehmschichten für strukturierte Rote. Jede Fläche wird nach Bodentyp und Hangneigung bewirtschaftet, sodass die Domaine-Uby-Weine optimal von ihrer geologischen Umgebung profitieren. Diese terroir-orientierte Herangehensweise passt sich der Natur an, statt sie zu zwingen.

Geschichte und Familientradition – Ein Jahrhundert Weinbaukunst

Vier Generationen, eine Konstante: Bei Domaine Uby denkt man nicht in Kampagnen, sondern in Jahrzehnten. Was 1920 mit den Söhnen eines Schweizer Gründers begann, führt heute François Morel fort – ein Mann, der Respekt vor dem Erbe mit dem Mut zur Veränderung verbindet. Der Familienbetrieb hat sich von bescheidenen Anfängen zu einem Akteur mit 600.000 Flaschen jährlich entwickelt, ohne seine handwerklichen Wurzeln zu verlieren. Es wird weiterhin manuell gelesen, während parallel die Umstellung auf biologische Bewirtschaftung vorangetrieben wird. Der Generationenwechsel brachte keine Brüche, sondern eine kontinuierliche Weiterentwicklung mit klarem Kompass.

Der Mythos, Tradition und Innovation seien Gegensätze, widerlegt sich hier täglich. François Morel führt die Malo (biologischer Säureabbau) spontan durch, nutzt aber moderne Temperaturkontrolle; er praktiziert traditionelle Assemblage, experimentiert aber gleichzeitig mit alkoholfreien Linien wie „Osmose 0 %“. Das eigene Naturschutzgebiet auf dem Weingut zeigt, wohin diese Philosophie führt: Weinbau als Teil eines größeren Ökosystems, nicht als dessen Beherrscher. Diese Balance zwischen Bewahren und Erneuern ist nicht nur Familientradition – sie ist die DNA der Domaine Uby.

Entwicklung und Meilensteine

Die Gascogne kennt Geduld. Was bei der Domaine Uby einst mit kleinen Parzellen begann, wuchs über Jahrzehnte zu den heutigen 300 Hektar heran. Wachstum durch Zurückhaltung: Jeder Schritt wurde abgewogen, Qualität ließ sich nicht beschleunigen. Seit den 1980er Jahren setzt das Weingut auf temperaturkontrollierte Vinifikation, um die charakteristische Frische der Weine zu bewahren.

2013 markierte einen entscheidenden Schritt. 70 Hektar erhielten die Bio-Zertifizierung – ein klares Bekenntnis zu nachhaltigen Methoden. Nicht aus Mode, sondern aus Überzeugung. Das nummerierte Weinsystem wurde zum Kompass für Einsteiger wie Kenner. Wo andere auf komplizierte Namen setzen, wählt Uby Klarheit: Nummer 1, 2, 3. Einfach. Präzise. Effektiv. Diese Systematik spiegelt sich in zahlreichen Auszeichnungen wider und positioniert das Weingut als Referenz für durchdachte Qualität im Südwesten Frankreichs.

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Philosophie & nachhaltiger Weinbau – Handwerk im Einklang mit der Natur

Seit 2013 bewirtschaftet die Domaine Uby siebzig Hektar nach den Prinzipien des biologischen Weinbaus – ein Handwerk, das Präzision und Geduld fordert. Biodynamische Präparate wie Hornmist und Hornkiesel ersetzen chemische Hilfsmittel, während natürliche Schädlingsbekämpfung die Widerstandskraft der Reben stärkt. Diese Methodik folgt einer klaren Logik: Gesunde Böden bringen ausdrucksstarke Trauben hervor, die das Terroir transparent widerspiegeln.

Das Engagement für den Naturschutz zeigt sich im hauseigenen Schutzgebiet für die Europäische Sumpfschildkröte – eine gefährdete Art, die hier zwischen den Rebzeilen ein Refugium findet. Dieser ökologische Ansatz ist mehr als Symbolik; er schafft ein funktionierendes Biotop, das Nützlinge fördert und das Gleichgewicht im Weinberg stabilisiert.

In der Vinifikation setzt das Weingut auf selektive Handlese, bei der mehrere Durchgänge sicherstellen, dass nur vollreife, gesunde Trauben in den Keller gelangen. Die temperaturkontrollierte Gärung in Edelstahltanks bewahrt die primären Fruchtaromen und verhindert Oxidation. Minimale Eingriffe – insbesondere ein bewusst reduzierter Schwefeleinsatz – lassen die natürliche Aromatik zur Geltung kommen. Die Malo läuft spontan ab und verleiht den Weinen zusätzliche Textur.

Rebsorten und Weinbergsbewirtschaftung

Das Sortenspektrum der Domaine Uby gleicht einem Puzzle aus regionaler Tradition und internationaler Erfahrung. Colombard steht im Zentrum, mit charakteristischen Zitrusaromen und lebendiger Säure. Ugni Blanc und Gros Manseng bringen ihre regionale Handschrift ein, Tannat verleiht den Rotweinen Struktur und Tiefe. Internationale Klassiker wie Chardonnay, Sauvignon Blanc und Merlot erweitern das Aromenspektrum.

Die Reben werden im Guyot-System erzogen, einer Methode, die kontrollierte Ertragsreduzierung ermöglicht. Die Erträge werden bewusst auf 50–60 Hektoliter pro Hektar begrenzt. Die grüne Lese im Juli sorgt für zusätzliche Konzentration.

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Stilistik & Sensorik – Präzision im nummerierten System

Die Nummerierung bei Domaine Uby funktioniert wie eine Landkarte durch unterschiedliche Stilwelten. Niedrige Ziffern stehen für zugängliche Weine, die ihre gelbbraune Kieselerde direkt aussprechen. Der Uby N°3 Colombard-Sauvignon zeigt diese fruchtbetonte Direktheit, mit der lebendigen Frische, die Weißweine aus der Gascogne auszeichnet.

Weißweine der Domaine entwickeln ihre Persönlichkeit über straffe Säure und mineralische Klarheit. Sauvignon-Blanc-basierte Cuvées entfalten prägnante Zitrusaromen – Grapefruit, Limette –, begleitet von kräutrigen Nuancen wie Brennnessel und Buchsbaum. Die Aromatik entsteht direkt aus dem Boden der Gascogne, der seine Mineralität ungeschönt weitergibt.

Bei den Rotweinen zeigt sich eine andere Facette. Cabernet Sauvignon und Franc formen vielschichtige Cuvées mit mittlerem Körper und samtigen Strukturen. Schwarzkirsche und Cassis dominieren, dezente Röstnoten entstehen durch kontrollierten Holzeinsatz. Die Malo verleiht cremige Textur und verfeinert die Tannine. Diese Vielseitigkeit und das starke Preis-Leistungs-Verhältnis machen die Weine zu verlässlichen Begleitern für viele Anlässe.