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Weingut

Roland Grangier

Erfahren Sie, wie Roland Grangier mit präziser Terroir-Nutzung und innovativen Anbaumethoden die Rhodanische Hügellandschaft als erstklassige Region für Viognier-Weine etabliert und deren einzigartige Frische und Intensität hervorhebt.
Erfahren Sie, wie Roland Grangier mit präziser Terroir-Nutzung und innovativen Anbaumethoden die Rhodanische Hügellandschaft als erstklassige Region für Viognier-Weine etabliert und deren einzigartige Frische und Intensität hervorhebt.

In der Rhodanischen Hügellandschaft, wo mediterrane Hitze und alpine Frische aufeinandertreffen, liegt eine Weinregion voller Widersprüche. Sanfte Kalksteinhänge wechseln sich mit schroffen Verwerfungen ab, während der Mistral wie ein unsichtbarer Dirigent durch die Täler fegt. Hier, zwischen etablierten AOC-Gebieten und freieren IGP-Zonen, arbeitet Roland Grangier mit jener ruhigen Präzision, die Terroir-Weine von bloßen Regionalweinen unterscheidet. Sein Ansatz verbindet jahrhundertealte Viognier-Tradition mit modernem Kellerwissen – ohne Trends zu folgen, sondern dem Boden. Das Resultat sind Weine, die weder kopieren noch provozieren, sondern schlicht ihr Herkunftsrecht beanspruchen. In einer Zeit, in der Weinbau oft zwischen Nostalgie und Marktanpassung pendelt, zeigt Roland Grangier einen dritten Weg: authentische Interpretation ohne dogmatische Starrheit.

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Roland Grangier – Terroir und Tradition in der Rhodanischen Hügellandschaft

Wo mediterrane Wärme auf kontinentale Kühle trifft, entfaltet sich eine Landschaft voller Gegensätze. Die Rhodanische Hügellandschaft zeigt sich mal sanft geschwungen, mal schroff zerklüftet – immer aber geprägt von jenem besonderen Licht, das Kalkböden zum Leuchten bringt. Hier, zwischen Rhône-Tal und Provence, nutzt Roland Grangier diese geografischen Spannungen für Weine mit unverwechselbarem Charakter.

Das Fundament bilden kalkhaltige Böden, die Feuchtigkeit speichern und zugleich optimale Drainage bieten. Warme, trockene Sommer schaffen ideale Bedingungen für die Viognier-Rebe, deren Heimat diese Region seit Jahrhunderten ist. Doch das wahre Geheimnis liegt im Wind: Der Mistral fegt regelmäßig durch die Täler und sorgt für natürliche Belüftung der Rebstöcke. Diese kraftvollen Nordwinde reduzieren die Luftfeuchtigkeit und minimieren Pilzrisiken – ein simpler, aber wirkungsvoller Vorteil für nachhaltigen Weinbau mit reduziertem Pflanzenschutzeinsatz.

Interessant wird es bei der Klassifikation: Roland Grangier vinifiziert unter IGP-Status (Indication Géographique Protégée), der deutlich mehr Flexibilität erlaubt als die strengeren AOC-Bestimmungen. Während Bordeaux mit seinen Grand-Cru-Hierarchien auf jahrhundertealte Tradition setzt, eröffnet die IGP-Klassifikation Raum für innovative Ansätze in Rebsortenwahl und Vinifikation. Diese Freiheit nutzt das Weingut konsequent, um das Terroir auf eigene Weise zu interpretieren. Das Resultat sind Weine, die Tradition respektieren, aber nicht kopieren.

 

Mikroklima und Bodenstruktur der Rhodanischen Hügellandschaft

Sanfte Hügel steigen hier zwischen 200 und 400 Metern an, durchzogen von Kalkstein und Ton, die wie ein geologisches Gedächtnis wirken. Diese Böden prägen die Weine von Roland Grangier mit jener charakteristischen Mineralität und Struktur, die das Terroir so unverwechselbar macht. Das Mikroklima erzeugt markante Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, wodurch die aromatische Komplexität entsteht, die den Roland Grangier Chantelouve Viognier 2022 so ausdrucksstark werden lässt. Säurefrische und Spannung entwickeln sich hier wie von selbst.

Der Mistral, der kraftvoll durch die Täler weht, wird zum unsichtbaren Helfer im Weinberg. Seine trockene Stärke reduziert die Luftfeuchtigkeit so effektiv, dass Pilzkrankheiten wie Mehltau kaum eine Chance haben. Diese natürliche Belüftung ermöglicht eine nachhaltige Bewirtschaftung mit deutlich weniger Pflanzenschutzmitteln. Die IGP-Klassifikation gewährt dabei zusätzliche Flexibilität in der Terroir-Interpretation und erlaubt Roland Grangier eine eigenständige Handschrift in der Rhodanischen Hügellandschaft.

Philosophie und Handwerk bei Roland Grangier

In den Kellern von Roland Grangier herrscht kontrollierte Präzision. Das Handwerk folgt einer klaren Linie zwischen Tradition und önologischer Moderne, wobei jede Entscheidung dem Traubengut dient. Die Handlese bildet das Fundament dieser Philosophie und stellt sicher, dass nur vollreife, gesunde Beeren in die Produktion gelangen. Diese akribische Selektion ist mehr als Routine – sie ist Qualitätsversprechen.

Die Fermentation des Viognier erfolgt bei konsequent niedrigen Temperaturen. Dieser Ansatz konserviert die primären Aromen von weißen Blüten und Steinobst, während die natürliche Säurestruktur erhalten bleibt. Der Verzicht auf die malolaktische Fermentation ist dabei kein Zufall, sondern stilistische Entscheidung für Frische und Präzision.

Ein Vergleich mit nachhaltigen Betrieben wie dem deutschen Fürst Löwenstein zeigt, dass Qualitätsorientierung und ökologisches Denken keine regionalen Grenzen kennen.

Der Ausbau findet primär in Edelstahltanks statt – ein bewusster Schritt zur Bewahrung der varietalen Reinheit. So bleiben Fruchtaromen unverfälscht, und die charakteristische Mineralität des Terroirs kommt ungefiltert zur Geltung. Eine kurze Phase sur lie (Hefelagerung) verleiht den Weinen zusätzliche Komplexität und jene cremige Textur, die Kenner als typischen Grangier-Griff schätzen.

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Weinbergsarbeit und nachhaltiges Terroir-Management

Im Weinberg herrscht bei Roland Grangier eine klare Ordnung. Herbizide gehören der Vergangenheit an; stattdessen setzt er auf Begrünung zwischen den Rebzeilen. Diese lebende Bodendecke verhindert Erosion und verbessert zugleich die Wasserhaltefähigkeit des Terroirs – ein Ansatz, der Geduld erfordert, aber die Biodiversität nachhaltig stärkt.

Die Vendange verte (Grünlese zur Ertragsreduzierung) ist hier kein Luxus, sondern Philosophie. Bei 45 bis 50 Hektolitern pro Hektar bleiben die Erträge bewusst niedrig. Was zunächst nach Verzicht aussieht, zahlt sich in konzentrierten Aromen aus. Jede Beere, die am Stock verbleibt, kann ihr volles Potenzial entfalten. Der Zeitpunkt der Lese wird akribisch auf die phenolische Reife abgestimmt. Bei einem potenziellen Alkoholgehalt von zwölf bis dreizehn Prozent und ausgewogenem Säure-Zucker-Verhältnis erreichen die Trauben ihre perfekte Harmonie. So entstehen Weine mit jener Spannung und Frische, die das komplexe Terroir der Rhodanischen Hügellandschaft authentisch widerspiegeln.