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Weingut

Winninger Sektmanufaktur C-Kloss

An den steilen Schieferterrassen oberhalb von Winningen, wo die Mosel eine fast meditative Ruhe ausstrahlt, wird ein großes deutsches Sekt-Erbe neu geschrieben. Es ist ein Ort der Gegensätze: Hier trifft die mineralische Kühle des Gesteins auf die visionäre Wärme einer Idee, die über 150 Jahre umspannt. Die Winninger Sektmanufaktur C-Kloss ist weit mehr als nur die Wiederbelebung eines historischen Namens. Sie ist das Bekenntnis von Christian Kloss, das handwerkliche Vermächtnis seines Ur-Ur-Urgroßonkels mit der Präzision und dem Mut der Gegenwart zu verbinden. Das Ergebnis sind Sekte, die Zeit als Zutat verstehen, und eine überraschende Innovation, die zeigt, was Handwerk wirklich bedeutet.
An den steilen Schieferterrassen oberhalb von Winningen, wo die Mosel eine fast meditative Ruhe ausstrahlt, wird ein großes deutsches Sekt-Erbe neu geschrieben. Es ist ein Ort der Gegensätze: Hier trifft die mineralische Kühle des Gesteins auf die visionäre Wärme einer Idee, die über 150 Jahre umspannt. Die Winninger Sektmanufaktur C-Kloss ist weit mehr als nur die Wiederbelebung eines historischen Namens. Sie ist das Bekenntnis von Christian Kloss, das handwerkliche Vermächtnis seines Ur-Ur-Urgroßonkels mit der Präzision und dem Mut der Gegenwart zu verbinden. Das Ergebnis sind Sekte, die Zeit als Zutat verstehen, und eine überraschende Innovation, die zeigt, was Handwerk wirklich bedeutet.

Die Geschichte der Winninger Sektmanufaktur C-Kloss: Tradition und Innovation vereint

 
Manche Visionen überdauern Generationen. Julius Kloss, Pionier der deutschen Sektherstellung im 19\. Jahrhundert, ahnte wohl kaum, dass sein Erbe mehr als 150 Jahre später an der Mosel eine Renaissance erleben würde. Als Mitbegründer der legendären Sektkellerei Kloss & Foerster schuf er das Fundament einer Familientradition, die später im renommierten Rotkäppchen-Mumm Konzern aufging und heute in völlig neuer Form wiederauflebt.

Seit Ende 2022 führt Christian Kloss die Sektkellerei Winningen mit der Präzision eines Handwerkers, der weiß, was Qualität bedeutet. Seine bewusst limitierte Jahresproduktion von 35.000 Flaschen im Preissegment zwischen 15 und 25 Euro verbindet über anderthalb Jahrhunderte Familiengeschichte mit kompromissloser Qualitätsarbeit. Das Herzstück seiner Philosophie zeigt sich in der außergewöhnlich langen Hefelagerung von mindestens drei Jahren, bei der die Sekte nach der traditionellen Flaschengärung auf ihrer Hefe reifen und dabei jene cremige Textur und Komplexität entwickeln, die weit über gesetzliche Mindestanforderungen hinausgeht.


Von Julius Kloss bis Christian Kloss: Eine Familientradition im Sekthandwerk


Über 150 Jahre trennen zwei Namen, die doch untrennbar miteinander verbunden sind. Julius Kloss begründete 1856 mit der Sektkellerei Kloss & Foerster in Freyburg jene handwerkliche Präzision, die heute sein Ur-Ur-Urgroßneffe Christian in der Winninger Sektmanufaktur C-Kloss mit zeitgemäßer Klarheit weiterführt. Was damals als Pionierarbeit in der deutschen Sektherstellung begann, wurde zu einem der prägenden Impulse für das heutige Qualitätsbewusstsein bei Schaumweinen nach traditioneller Flaschengärung (méthode champenoise).

Christian Kloss versteht sich nicht als nostalgischer Bewahrer, sondern als Übersetzer: Das Erbe dieses bedeutsamen Familienunternehmens wird durch moderne Produktionsansätze und klare Stilistik in die Gegenwart geholt. Die Winninger Sektmanufaktur steht so für mehr als die bloße Wiederbelebung eines historischen Namens. Sie verkörpert jene seltene Verbindung aus jahrhundertealter Handwerkskunst und den technischen Möglichkeiten unserer Zeit, ohne dabei den Kern zu verwässern.


Winningen an der Mosel: Terroir und Tradition als Basis für Spitzenqualität


Die Schieferhänge oberhalb von Winningen erzählen ihre eigene Geschichte. Hier, wo das Gestein in steilen Terrassen zur Mosel abfällt, entsteht ein Mikroklima von seltener Präzision. Der charakteristische Schieferboden wirkt als natürlicher Wärmespeicher, sammelt tagsüber die Sonnenstrahlen und gibt sie nächtens kontrolliert an die Reben ab. Gleichzeitig sorgt seine poröse Struktur für jene Drainage, die Staunässe verhindert und den Wurzeln erlaubt, tief ins Gestein zu dringen.

Dieses geologische Fundament prägt das Terroir (die Gesamtheit aller Standortfaktoren) und verleiht den hier kultivierten Rebsorten Riesling und Spätburgunder ihre unverwechselbare mineralische Signatur. Die lebendige Säurestruktur, die daraus resultiert, bildet das ideale Gerüst für charaktervolle Schaumweine, wie sie die Manufaktur durch ihre traditionelle Weinerzeugung nach klassischen Methoden hervorbringt. Der typische Moselwein zeigt sich elegant und finessreich, Eigenschaften, die sich in erstklassigen Sekten auf besondere Weise entfalten.
 

Traditionelle Flaschengärung: Das Handwerk hinter C-Kloss Sekten


Geduld als Handwerk zu begreifen, das ist die Philosophie von C-Kloss. Die Winninger Sektmanufaktur vertraut ausschließlich auf die _méthode traditionnelle_ (traditionelle Flaschengärung), bei der die zweite Gärung direkt in der einzelnen Flasche stattfindet. Ein deutlicher Unterschied zur kostengünstigeren Tankgärung, die Zeit gegen Volumen tauscht. Diese klassische Methode fordert nicht nur handwerkliches Können, sondern vor allem eines: Zeit.

Mindestens 36 Monate reift jeder Sekt des Hauses auf der Hefe, eine Hefelagerung (Autolyse), die die gesetzliche Mindestanforderung von neun Monaten für deutschen Qualitätsschaumwein um das Vierfache übertrifft. Diese verlängerte Reifezeit entwickelt jene Komplexität und cremige Textur, die handwerklich hergestellte Sekte auszeichnet. Wie die Strauch Sektmanufaktur aus Rheinhessen beweist auch C-Kloss damit sein Bekenntnis zur echten Handwerkskunst in der deutschen Sektproduktion.

Diese aufwendige Methode trennt Welten zwischen handwerklich produzierten Sekten und industriell gefertigten Schaumweinen, bei denen Effizienz oft vor Charakter steht.


Vom Rebstock zum Prestige-Sekt: Der Herstellungsprozess im Detail


Das Fundament jedes Qualitätssektes sind die Grundweine, und bei C-Kloss werden primär Riesling und Spätburgunder aus den kühlen Schieferlagen der Mosel selektiert. Diese Rebsorten liefern exakt jene Säurestruktur und mineralische Prägung, die charaktervolle Schaumweine benötigen. Nach der ersten Gärung erhält der Grundwein seine Tirage (eine präzise komponierte Mischung aus Wein, Hefe und Zucker), bevor er in Flaschen wandert.

Die anschließende zweite Gärung erzeugt jenen charakteristischen Kohlensäuredruck von etwa fünf bis sechs bar, der für die feine, langanhaltende Perlage verantwortlich ist. Was folgt, ist pure Handwerkskunst. Beim Remuage (systematisches Rütteln) wird die Hefe langsam in den Flaschenhals bewegt, ein Prozess, der Wochen dauert und höchste Präzision fordert.

Das finale Degorgieren entfernt den Hefepfropfen sachkundig, bevor mit der Dosage (gezielte Zugabe einer Wein-Zucker-Lösung) der definitive Geschmackscharakter eingestellt wird. Ob Brut oder Extra Brut entsteht, entscheidet sich in diesem Moment. Hier zeigt sich, dass Sektherstellung weit mehr ist als Vinifikation. Sie ist Zeitrechnung.


Die Bedeutung der Hefelagerung für die Entwicklung herausragender Sekte


Zeit arbeitet hier als stiller Handwerker. Mindestens 36 Monate lagern die Sekte von C-Kloss auf der Hefe, ein Prozess, der weit mehr bewirkt als bloße Geduld. Während dieser Phase setzt die Autolyse ein, jene Hefeauflösung, bei der sich die Hefezellen selbst abbauen und dabei wertvolle Verbindungen wie Aminosäuren und Mannoproteine (Hefeeiweiße) an den Sekt abgeben. Diese biochemische Verwandlung verleiht dem Schaumwein seine cremige Textur und jene strukturelle Vielschichtigkeit, die einfache Industriesekte nicht erreichen.

Aus diesem langsamen Reifeprozess entstehen die begehrten sekundären Aromen. Brioche, geröstete Nüsse, warmes Hefegebäck, zarter Biskuit. Diese komplexen Noten lagern sich über die primären Fruchtaromen des Grundweins und schaffen ein reifes, vielschichtiges Bouquet. Keine Aromenzugabe, sondern pure Biochemie.

Es gibt den Mythos, längere Hefelagerung bedeute automatisch höhere Qualität. Heute weiß man durch jahrelange Verkostungserfahrung: Der Kellermeister sucht den optimalen Reifepunkt, der von Rebsorte, Jahrgang und Grundweinqualität abhängt. Präzision statt Prinzip.


Innovation im Glas: Der gefeierte Sparkling Tea als alkoholfreie Alternative


Handwerk kennt keine Grenzen. Christian Kloss beweist dies eindrucksvoll mit seinem Sparkling Tea, der die gleiche Sorgfalt verlangt wie seine klassischen Sekte. Diese [alkoholfreie Festtagsgetränke](#) entstehen durch Fermentation (kontrollierte Umwandlung von Zucker durch Mikroorganismen), die den Getränken jene Komplexität verleiht, welche sie als Weinalternative etabliert hat.

Die Basis bilden ausschließlich Rohstoffe der Moselregion. Fermentierter Knollensellerie, lokales Streuobst, Kräuter wie Lavendel und Salbei. Kloss verzichtet bewusst auf Konservierungsstoffe. Stattdessen nutzt er die natürlichen Eigenschaften seiner regionalen Zutaten, um Struktur und Haltbarkeit zu erreichen.

Deutsche Spitzenrestaurants haben den [Sparkling Tea Rosé](#) längst als Speisenbegleiter entdeckt. Nicht nur als Aperitif, sondern gleichwertig zum Menü. Der Rosé überzeugt mit krautig-floralen Noten, dezenten Birnentönen und lebendiger Perlage. Seine Struktur macht ihn zur ernstzunehmenden Alternative.

Andere Pioniere wie die [Manufaktur Jörg Geiger](#) entwickeln ähnliche Konzepte aus schwäbischem Wiesenobst. Beide Häuser zeigen, dass Premium-Alternativen zu alkoholischen Getränken über einfache Fruchtsäfte hinausgewachsen sind. Der Markt verlangt nach Tiefe und Charakter.

Die Anerkennung durch Fachkreise gibt Kloss recht. 96 Falstaff-Punkte für seinen Sparkling Tea Rosé erreichen selbst etablierte Weine selten. Mir persönlich imponiert, wie hier Innovation und Tradition nicht konkurrieren, sondern sich ergänzen.


C-Kloss erleben: Tipps für die perfekte Sektverkostung


Perlen steigen auf, sammeln sich, zerplatzen leise an der Glaswand. Bei sechs bis acht Grad Celsius entfalten die C-Kloss Sekte jene Balance aus Frische und Komplexität, die ihre Herkunft vom Moselschiefer so präzise erzählt. Diese Trinktemperatur ist kein Zufall, sondern das Ergebnis langjähriger Erfahrung: Zu kalt, und die feinen Hefenoten verschwinden; zu warm, und die Perlage (die Feinheit der aufsteigenden Kohlensäurperlen) verliert an Eleganz.

Als Speisenbegleiter zeigen sich die verschiedenen Cuvées von ihrer vielseitigen Seite. Riesling-Sekte harmonieren mit der Salzigkeit von Meeresfrüchten und der Delikatesse von Vorspeisen, während die Rosé-Varianten eine überraschend gute Speiseempfehlung für helles Fleisch darstellen: Kalbsschnitzel oder geschmortes Kaninchen finden in der fruchtigen Struktur und der mineralischen Tiefe des Moselschiefers einen eleganten Kontrapunkt, der jeden Genussmoment verfeinert.

Die bewusste Verkostung schärft die Sensorik und öffnet neue Geschmacksebenen: Beobachten Sie das Spiel der aufsteigenden Perlen, nehmen Sie die subtilen Farbschattierungen wahr, notieren Sie Ihre Eindrücke von Duft und Geschmack. Wer eine strukturierte Weinprobe zu Hause plant, kann die Nuancen zwischen verschiedenen Jahrgängen systematisch entdecken und dabei seinen ganz persönlichen Favoriten unter den C-Kloss Sekten bestimmen.