Alkoholfreier Wein: Sorten, Tests & Herstellung im Überblick
Alkoholfreier Wein hat sich in den letzten Jahren von einer Nischenidee zu einer echten Alternative entwickelt, die immer mehr Menschen überzeugt. Er bietet den Geschmack und das Erlebnis von Wein, nur ohne die Wirkung von Alkohol. Ob beim Essen, als Aperitif oder einfach für den Genuss zwischendurch – alkoholfreier Wein macht es möglich, gesellig zu bleiben und bewusst zu trinken. Wer wissen möchte, wie er hergestellt wird, welche Marken überzeugen und welche Flaschen im Test am besten abschneiden, findet hier klare Antworten.
Alkoholfreier Wein im Überblick
Alkoholfreier Wein entsteht durch Entalkoholisierung von herkömmlichem Wein und enthält in der Regel weniger als 0,5 % Alkohol. Er bietet typische Weinaromen, ist kalorienärmer als Wein mit Alkohol und unterscheidet sich deutlich von einfachem Traubensaft. Verbraucher können zwischen Rotwein, Weißwein, Rosé und sogar alkoholfreiem Sekt wählen.
Was ist alkoholfreier Wein?
Alkoholfreier Wein wird aus normalem Wein hergestellt, dem nach der Gärung der Alkohol entzogen wird. Dafür nutzen Winzer Verfahren wie Vakuumdestillation oder Umkehrosmose. Diese Methoden erhalten die Aromen, reduzieren aber den Alkoholgehalt auf unter 0,5 % Volumen.
Rechtlich darf ein Getränk nur dann als „alkoholfrei“ bezeichnet werden, wenn es diese Grenze einhält. Zum Vergleich: Auch Lebensmittel wie reife Bananen oder Brot enthalten ähnliche Spuren von Alkohol.
Ein wichtiger Unterschied zum Traubensaft ist die Gärung. Nur durch die Fermentation entstehen die typischen weinartigen Aromen, die auch nach der Entalkoholisierung erhalten bleiben. Dadurch schmeckt alkoholfreier Wein näher am klassischen Wein als an einem Saft.
Viele Hersteller süßen den Wein nach der Entalkoholisierung leicht, um das fehlende Volumen des Alkohols auszugleichen. Trotzdem bleibt er deutlich kalorienärmer als normaler Wein.
Unterschiede zu Traubensaft und Wein
Traubensaft wird direkt aus gepressten Trauben gewonnen und nicht vergoren. Er enthält weder Alkohol noch die komplexen Aromen, die bei der Gärung entstehen. Deshalb schmeckt er süßer und fruchtiger, aber weniger vielschichtig.
Alkoholfreier Wein hingegen durchläuft denselben Prozess wie klassischer Wein. Erst nach der Gärung wird der Alkohol entzogen. So bleiben Säure, Tannine und Rebsorten-typische Noten erhalten.
Getränk |
Alkoholgehalt |
Kalorien (100 ml) |
Geschmack |
Traubensaft |
0 % |
ca. 45 kcal |
süß, fruchtig |
Alkoholfreier Wein |
<0,5 % |
10–30 kcal |
weinartig, leichter |
Wein mit Alkohol |
8–14 % |
ca. 80 kcal |
komplex, kräftig |
Der Vergleich zeigt, dass alkoholfreie Weine eine Zwischenstellung einnehmen: weniger süß als Saft, aber ohne die Wirkung von Alkohol.
Arten: Rotwein, Weißwein, Rosé und Sekt
Alkoholfreier Rotwein wird meist aus Rebsorten wie Cabernet Sauvignon oder Pinot Noir hergestellt. Er hat weiche Tannine und eignet sich gut zu kräftigen Speisen.
Alkoholfreier Weißwein, etwa Riesling oder Chardonnay, wirkt frischer und fruchtiger. Er passt zu Fisch, Geflügel oder leichten Gerichten. Viele Varianten sind trocken ausgebaut und behalten eine klare Säure.
Rosé ohne Alkohol bietet eine Balance aus Fruchtigkeit und Leichtigkeit. Er wird oft im Sommer getrunken und eignet sich gut als Begleiter zu Salaten oder Grillgerichten.
Alkoholfreier Sekt entsteht aus entalkoholisiertem Wein, dem Kohlensäure zugesetzt wird. Er hat meist über 4 bar Druck und ähnelt damit klassischem Sekt. Diese Variante ist beliebt bei Feiern, da sie prickelnd und festlich wirkt, aber ohne Alkohol auskommt.
Herstellung, Marken und Tests
Alkoholfreier Wein entsteht durch aufwendige Verfahren, die den Alkohol entziehen, ohne den Charakter des Weins vollständig zu verlieren. Neben den technischen Methoden spielen auch die Auswahl der Marken und die Ergebnisse unabhängiger Tests eine wichtige Rolle für Qualität und Geschmack.
Herstellungsverfahren: Vakuumdestillation & Umkehrosmose
Die Vakuumdestillation senkt den Siedepunkt des Alkohols durch Unterdruck. So kann er bei rund 30 °C verdampfen, während empfindliche Aromen erhalten bleiben. Diese Methode gilt als schonend und wird häufig von Produzenten eingesetzt, die Wert auf ein möglichst authentisches Geschmacksprofil legen.
Die Umkehrosmose trennt Alkohol und Wasser durch eine feine Membran. Aromen, Tannine und Säuren bleiben zurück und werden anschließend mit Wasser wieder ergänzt. Dadurch bleibt ein Großteil der ursprünglichen Struktur erhalten.
Einige Hersteller kombinieren beide Verfahren, um bessere Ergebnisse zu erzielen. So lässt sich der Alkohol fast vollständig entfernen, während Textur und Mundgefühl verbessert bleiben. Besonders bei Rotweinen wie Tempranillo ist dies entscheidend, da Tannine und Komplexität sensibel auf den Entzug reagieren.
Beliebte Marken und Sorten
Zu den bekannten Produzenten gehört Carl Jung, ein Pionier alkoholfreier Weine. Beliebt sind Sorten wie Carl Jung Cabernet Sauvignon und Carl Jung Chardonnay, die durch klare Fruchtaromen und ausgewogene Säure überzeugen.
Eine weitere Marke ist Kolonne Null, die sich auf hochwertige, moderne Weine spezialisiert hat. Sie arbeitet mit verschiedenen Weingütern zusammen und legt Wert auf sortentypische Aromen. Besonders ihre Rot- und Roséweine finden Anklang bei jüngeren Zielgruppen.
Die Vielfalt reicht von spritzigen Weißweinen bis zu kräftigen Rotweinen. Auch Schaumweine und Rosés sind vertreten, sodass für unterschiedliche Anlässe passende Optionen verfügbar sind. Viele Hersteller achten zudem auf vegane Produktion und nachhaltige Herstellung.
Alkoholfreier Wein im Test & Testsieger
Unabhängige Verkostungen zeigen, dass die Qualität stark schwankt. Einige Produkte wirken aromatisiert oder flach, während andere nah an klassischen Weinen liegen.
In aktuellen Alkoholfreier Wein Tests schneiden Marken wie Kolonne Null und Carl Jung regelmäßig solide ab. Besonders positiv bewertet wurde der Carl Jung Cabernet Sauvignon für seine Balance aus Frucht und Tannin.
Einige Tests küren auch einen alkoholfreien Wein Testsieger, der sich durch authentischen Geschmack und klare Deklaration hervorhebt. So erhielt ein Perlwein wie Oleada Fizzy-Blanc in einer Verkostung Bestnoten. Tabellen mit Vergleichswerten helfen Verbrauchern, die passende Sorte zu finden.
Häufig gestellte Fragen über alkoholfreie Weine (FAQ)
Kann alkoholfreier Wein schlecht werden?
Ja, alkoholfreier Wein kann verderben. Nach dem Öffnen sollte er wie herkömmlicher Wein im Kühlschrank gelagert und innerhalb weniger Tage getrunken werden. Ungeöffnet hält er sich in der Regel mehrere Monate bis Jahre, abhängig von der Sorte und Lagerung.
Kann alkoholfreier Wein auch als trocken eingestuft werden?
Ja, alkoholfreier Wein kann als trocken bezeichnet werden, wenn er nur wenig Restzucker enthält. Die Einstufung folgt denselben Kriterien wie bei normalem Wein. Allerdings wird bei manchen Sorten zusätzlicher Zucker eingesetzt, um die fehlende Balance durch den Alkohol auszugleichen.
Ist in alkoholfreiem Wein überhaupt kein Alkohol enthalten?
Nein, vollständig alkoholfrei ist er meist nicht. In Deutschland darf ein Getränk als „alkoholfrei“ bezeichnet werden, wenn es weniger als 0,5 % vol. Alkohol enthält. Wer absolut keinen Alkohol konsumieren möchte, sollte gezielt nach Produkten mit 0,0 % Kennzeichnung suchen.
Ist alkoholfreier Wein während der Schwangerschaft sicher zu konsumieren?
Die Meinungen gehen auseinander. Einige Fachleute halten den geringen Restalkohol für unbedenklich, andere raten zu einem vollständigen Verzicht. Schwangere und Stillende sollten am besten mit Arzt oder Hebamme klären, ob alkoholfreier Wein für sie geeignet ist.