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Weingut

Château d'Armailhac

Château d'Armailhac ist der Nachbar von Mouton Rothschild mit eigenem Kopf: Seit 1933 im Besitz der Familie Rothschild, gereift auf drei Kiesrücken von Pauillac und berühmt für seinen ungewöhnlich hohen Anteil alter Cabernet-Franc-Reben, der dem Grand Cru Classé seine florale Eleganz schenkt.
Château d'Armailhac ist der Nachbar von Mouton Rothschild mit eigenem Kopf: Seit 1933 im Besitz der Familie Rothschild, gereift auf drei Kiesrücken von Pauillac und berühmt für seinen ungewöhnlich hohen Anteil alter Cabernet-Franc-Reben, der dem Grand Cru Classé seine florale Eleganz schenkt.

Château d'Armailhac – der Rothschild-Pauillac mit dem Bacchus

Kaum ein Etikett des Médoc ist so unverwechselbar wie der tanzende Bacchus des Château d'Armailhac: Die Glasfigur aus dem 17. Jahrhundert stammt aus dem Weinkunstmuseum von Mouton Rothschild und verrät die enge Verwandtschaft der beiden Güter. Seinen Namen trägt das Château nach der Familie d'Armailhacq, die das Gut 1660 erwarb; 1933 kaufte es Baron Philippe de Rothschild, dessen Nachkommen es bis heute führen. In der legendären Klassifikation von 1855 wurde es als Fünftes Grand Cru Classé eingestuft – und liefert seither einen der zugänglichsten Wege in die Welt der klassifizierten Pauillac-Gewächse.

Wechselvoller als hier liest sich kaum eine Médoc-Geschichte: Aus Mouton d'Armailhacq wurde 1956 Mouton Baron Philippe, 1975 zu Ehren von Baronin Pauline Mouton Baronne Philippe, ehe das Gut 1989 seinen historischen Namen Château d'Armailhac zurückerhielt. Konstant blieb dabei nur eines – die Handschrift des Hauses Baron Philippe de Rothschild, das direkt nebenan auch den Ersten Cru Mouton Rothschild erzeugt.

Drei Kiesrücken und alte Cabernet-Franc-Reben

Rund 70 Hektar Reben verteilen sich auf drei Kieskuppen im Norden von Pauillac, die dem Wein die ganze Typizität der Appellation mitgeben: tiefgründige Garonne-Kiese, perfekte Drainage und die temperaturmildernde Nähe der Gironde. Die Besonderheit des Gutes ist sein für Pauillac ungewöhnlich hoher Bestand an teils sehr alten Cabernet-Franc-Reben. Sie verleihen dem Wein jene florale, würzige Note, die ihn von seinen Cabernet-Sauvignon-dominierten Nachbarn unterscheidet – Kraft aus dem Kies, Parfüm aus dem Franc. Seit 2021 entstehen die Weine in einem neuen Keller, der eine präzise, parzellengenaue Vinifikation erlaubt, teils auch in Amphoren. Damit steht das Gut exemplarisch für den Stil der Weinregion Bordeaux: klassisch in der Herkunft, modern im Handwerk.

Der Wein: Pauillac mit Charme statt Ellenbogen

Château d'Armailhac erzeugt einen einzigen Wein – den Grand Vin. Cabernet Sauvignon bildet das Rückgrat, Merlot füllt die Mitte, Cabernet Franc und ein Hauch Petit Verdot sorgen für Duft und Würze. Das Ergebnis ist ein Pauillac, der früher zugänglich ist als viele seiner Nachbarn, ohne seine Herkunft zu verleugnen: dunkle Frucht, Schokolade, Pfeffer und eine cremige, von reifen Tanninen getragene Textur. Wer die klassifizierten Gewächse des Médoc kennenlernen möchte, findet hier einen der besten Einstiege im Verhältnis von Rang zu Preis.

Häufige Fragen zu Château d'Armailhac

Welche Klassifikation hat Château d'Armailhac?

Château d'Armailhac wurde 1855 als Cinquième Grand Cru Classé klassifiziert. Das Gut gehört damit zu den 18 klassifizierten Châteaux der Appellation Pauillac.

Was verbindet Château d'Armailhac mit Mouton Rothschild?

Beide Güter sind direkte Nachbarn und gehören demselben Haus: Baron Philippe de Rothschild erwarb d'Armailhac 1933, heute führt es die zweite Generation seiner Nachkommen. Auch der Bacchus auf dem Etikett stammt aus dem Weinkunstmuseum von Mouton Rothschild.

Hieß Château d'Armailhac früher anders?

Ja, mehrfach: ursprünglich Mouton d'Armailhacq, ab 1956 Mouton Baron Philippe, ab 1975 Mouton Baronne Philippe. Seit 1989 trägt das Gut wieder seinen historischen Namen Château d'Armailhac.