21.05.26
Das perfekte Kombucha-Rezept: Grundrezept und leckere Variationen
Ein guter Kombucha steht und fällt mit dem Rezept – und mit dem, was du nach der ersten Gärung damit machst. Für einen Liter brauchst du gesüßten Tee, einen SCOBY und etwas Ansatzflüssigkeit; die Erstfermentation dauert sieben bis vierzehn Tage bei 21 bis 26 °C. Den eigentlichen Charakter bekommt das Getränk aber erst in der Zweitfermentation mit Früchten und Gewürzen. Hier findest du das verlässliche Grundrezept und die besten Geschmacksvariationen. Was Kombucha überhaupt ist, erklärt unser großer Kombucha-Überblick.
| Parameter | Empfohlener Wert |
|---|---|
| Wasser | 900 ml, gefiltert oder abgekocht |
| Tee (schwarz oder grün) | 8 bis 10 g (ca. 3 bis 4 TL) |
| Zucker | 80 bis 100 g |
| SCOBY | 1 Stück mit mind. 100 ml Ansatzflüssigkeit |
| Ziehzeit (Erstfermentation) | 7 bis 14 Tage |
| Temperatur | 21 bis 26 °C, warm, dunkel, ruhig |
Zutaten und Equipment

Qualität entscheidet hier früher als gedacht, und das Herzstück ist der SCOBY. Seine mikrobielle Zusammensetzung schwankt je nach Herkunft und Pflege, weshalb zwei Ansätze mit identischen Zutaten unterschiedlich schmecken können. Was genau dahintersteckt, liest du in SCOBY entschlüsselt.
| Zutat / Ausrüstung | Menge | Hinweis |
|---|---|---|
| Wasser | 900 ml | gefiltert, kein stark gechlortes Leitungswasser |
| Schwarz- oder Grüntee | 8 bis 10 g | keine aromatisierten Tees, keine ätherischen Öle |
| Zucker | 80 bis 100 g | kein Honig im Grundrezept, er hemmt den SCOBY |
| SCOBY + Ansatzflüssigkeit | 1 Stück + 100 ml | lebendig, aus dem Voransatz |
| Gärgefäß | 1,5 bis 2 Liter | Glas, kein Metall, kein Plastik |
| Abdecktuch + Gummiring | — | luftdurchlässig: Baumwolle, Kaffeefilter, Musselin |
| Sieb und Löffel | — | Kunststoff, denn Säure greift Metall an |
| Bügelflaschen | 500 ml | druckfest, für die Zweitfermentation |
Beim Tee gilt eine klare Regel: Schwarz- und Grüntee liefern dem SCOBY Stickstoff und Mineralien für eine stabile Gärung. Aromatisierte Tees oder Sorten mit ätherischen Ölen wie Pfefferminze oder Bergamotte können die Kulturen hemmen. Oolong und Weißtee funktionieren ebenfalls, ergeben aber ein feineres Profil.
Kombucha brauen: Schritt für Schritt
Der Ablauf ist unkompliziert, verlangt aber Sauberkeit, die richtige Temperatur und Geduld. Brauchst du eine ausführliche Einsteiger-Begleitung, hilft dir unsere Anleitung zum Kombucha selber machen. Hier die Kurzform für einen Liter:
Brüh 900 ml Wasser mit 8 bis 10 g Tee auf (Schwarztee zehn bis fünfzehn Minuten, Grüntee fünf bis acht), löse 80 bis 100 g Zucker im heißen Tee und lass alles auf unter 30 °C abkühlen. Über 35 °C stirbt der SCOBY. Gib den abgekühlten Tee ins saubere Glas, füge zuerst die 100 ml Ansatzflüssigkeit hinzu (sie senkt den pH-Wert sofort und schützt vor Keimen) und lege dann den SCOBY auf. Ob er schwimmt oder sinkt, ist egal. Deck das Glas mit dem Tuch ab und stell es warm, dunkel und ruhig bei 21 bis 26 °C. Ab Tag sieben kostest du täglich mit einem sauberen Löffel: Fertig ist der Kombucha, wenn er angenehm säuerlich mit leichter Restsüße schmeckt. Dann nimmst du SCOBY und 100 ml Flüssigkeit für den nächsten Ansatz ab und füllst den Rest durch ein Kunststoffsieb in Flaschen.

Zweitfermentation: Früchte, Kohlensäure und kreative Variationen
Die Zweitfermentation (F2) macht aus dem soliden Grundrezept ein charaktervolles Getränk. Dafür füllst du den fertigen Kombucha mit Früchten, Säften, Kräutern oder Gewürzen in luftdicht verschlossene Bügelflaschen. Die verbliebenen Hefen vergären den zugegebenen Zucker weiter, das entstehende CO₂ kann nicht entweichen und sorgt für die Kohlensäure, während die Aromen ins Getränk übergehen.
Als Faustregel gilt: ein bis zwei Teelöffel Fruchtpüree, Fruchtstücke oder Saft pro 500 ml, dazu bei sehr trockenem Kombucha ein Teelöffel Zucker. Verschließe die Flaschen und lass sie 24 bis 72 Stunden bei Zimmertemperatur stehen. Öffne sie täglich kurz, um den Druck zu kontrollieren (das sogenannte „Burpen"), danach ab in den Kühlschrank. Diese fünf Kombinationen sind erprobt:
| Variation | Zutaten pro 500 ml | Ziehzeit | Charakter |
|---|---|---|---|
| Ingwer-Zitrone | 1 TL Ingwer gerieben, Saft ½ Zitrone | 24 bis 48 h | frisch, scharf, belebend |
| Himbeer-Rosmarin | 3 Himbeeren zerdrückt, 1 Rosmarinzweig | 36 bis 48 h | fruchtig, harzig, elegant |
| Apfel-Zimt | 50 ml Apfelsaft, ½ Zimtstange | 48 bis 72 h | warm, würzig, herbstlich |
| Holunder-Limette | 1 TL Holunderblütensirup, Saft ¼ Limette | 24 bis 36 h | floral, leicht, weinig |
| Kurkuma-Kardamom | 1 Scheibe Kurkuma, 2 Kardamomkapseln | 48 bis 72 h | herb, würzig, komplex |
Zuckergehalt steuern: was bei der Gärung passiert
Während der Fermentation zerlegen die Hefen den Zucker zu Alkohol, den die Bakterien zu organischen Säuren wie Essig- und Gluconsäure oxidieren. Der pH-Wert sinkt dabei von etwa 7 auf 2,5 bis 3,5. Der oft gehörte Satz, Kombucha sei am Ende zuckerfrei, stimmt nicht: Nach sieben Tagen liegt der Restzucker noch bei etwa 20 bis 30 g pro Liter, nach vierzehn Tagen deutlich darunter.
Wer den Zuckergehalt senken möchte, verlängert einfach die Erstfermentation um ein paar Tage, statt von Anfang an weniger Zucker zu nehmen. Denn weniger Starterzucker bedeutet weniger Nahrung für den SCOBY und kann die Gärung destabilisieren. Ein pH-Wert unter 3,0 zeigt, dass der Abbau weit fortgeschritten ist. Nebenbei verändert die Gärung auch die Polyphenole des Tees und bildet B-Vitamine und Säuren, die im Ausgangstee nicht enthalten waren. Ein Heilmittel ist Kombucha deshalb nicht, aber ein Getränk mit interessantem, komplexem Profil.

SCOBY zwischen den Ansätzen lagern
Zwischen zwei Ansätzen bewahrst du überschüssige Kulturen in einem SCOBY-Hotel auf, einem großen Glas, in dem die Scheiben in genügend saurer Ansatzflüssigkeit schwimmen, abgedeckt mit einem luftdurchlässigen Tuch bei 20 bis 24 °C. Alle zwei bis drei Wochen gibst du etwas frischen gesüßten Tee dazu. Für Pausen über vier Wochen eignet sich der Kühlschrank (4 bis 8 °C); danach den SCOBY erst akklimatisieren und einen Testansatz machen. Grüne, schwarze oder weiße pelzige Stellen bedeuten Schimmel und das Aus für den Ansatz, braune Hefefäden unter dem SCOBY sind dagegen harmlos. Mehr Details zur Pflege findest du in SCOBY entschlüsselt.
Häufige Fragen zum Kombucha-Rezept
Wie viel Zucker brauche ich für 1 Liter Kombucha?
80 bis 100 Gramm. Der Zucker ist Nahrung für den SCOBY, nicht für den Geschmack: Die Hefen vergären ihn, die Bakterien wandeln ihn in Säuren um, sodass das fertige Getränk deutlich weniger süß ist. Reduziere die Anfangsmenge nicht, sonst fehlt dem SCOBY die Nahrung.
Welcher Tee eignet sich am besten?
Schwarzer und grüner Tee sind am verlässlichsten, weil sie Stickstoff, Mineralien und Gerbstoffe liefern. Oolong und Weißtee ergeben ein feineres Profil. Aromatisierte Tees oder Sorten mit ätherischen Ölen wie Pfefferminze oder Bergamotte können die Kulturen schädigen.
Wie reduziere ich den Zuckergehalt?
Indem du die Erstfermentation um einige Tage verlängerst: Je länger der Kombucha gärt, desto mehr Zucker wird zu Säuren abgebaut und desto säuerlicher schmeckt er. Die Anfangszuckermenge solltest du dabei nicht senken.
Kann ich Kombucha mit Honig statt Zucker machen?
Im Grundrezept besser nicht, denn roher Honig wirkt antimikrobiell und hemmt den SCOBY. Für die Zweitfermentation ist ein Teelöffel Honig pro 500 ml dagegen eine schöne Option, weil seine Wirkung beim niedrigen pH-Wert des fertigen Kombuchas gering ist.
Lust auf mehr fermentierte Aromen? Einen Überblick über lebendige Fermente gibt unser Artikel zu fermentierten Lebensmitteln, und wer lieber fertig genießt, findet eine Auswahl im Kombucha-Sortiment.