23.05.26
Cielo e Terra: Die Geschichte Hinter Italiens Erfolgreichstem Weinprojekt
Hinter der Cielo e Terra Winery stehen zwei Kräfte, die sich gegenseitig bedingen: die Famiglia Cielo, seit 1908 in Montorso Vicentino verwurzelt, und die Cantine dei Colli Berici, eine Genossenschaft von über 2.000 Winzern mit rund 3.700 Hektar Weinbergen in Venetien. Erst ihr Zusammenschluss, vollzogen mit der vierten Generation unter Luca und Pierpaolo Cielo, schuf jene Struktur, die Cielo e Terra von einem regionalen Familienbetrieb zu einem global agierenden Weinunternehmen werden ließ.
Die Cielo e Terra Erfolgsgeschichte ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer bewussten Entscheidung: Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette zurückzugewinnen, vom Weinberg bis zur Abfüllung, statt wie viele Mitbewerber auf zugekaufte Trauben aus wechselnden Quellen zu setzen. Die Exportquote, die einst bei fünf Prozent lag, kletterte auf 75 Prozent, ein Wachstum, das ohne klare Markenidentität und konsequente Qualitätsstrategie nicht denkbar gewesen wäre. Und doch: Wer hinter dem kommerziellen Erfolg nur eine Marketingmaschine vermutet, übersieht die tiefe familiäre Prägung, die dem Unternehmen bis heute seinen Charakter gibt.
Von 1908 bis heute: Die Wurzeln der Famiglia Cielo
Dort, wo das Licht der venetischen Hügel die Weinberge in ein fast malerisches Gleichgewicht aus Schatten und Wärme taucht, kaufte Giovanni Cielo im Jahr 1908 ein kleines Landgut in Montorso Vicentino. Er legte damit den Grundstein für das, was heute als eines der bekanntesten Weinprojekte Italiens gilt, ohne dass er damals ahnen konnte, welche Dimensionen dieses Fundament einmal tragen würde.
Sein Nachfolger Pietro Cielo übernahm das Gut in einer Zeit, die alles andere als günstig war: Krieg, wirtschaftliche Unsicherheit, ein Weinmarkt, der sich erst langsam aus dem Schatten der Prohibition und der europäischen Nachkriegsjahre befreite. Pietro schützte den Betrieb, weitete den Weinbau behutsam aus und verankerte das soziale Engagement als Teil der Unternehmensidentität, eine Haltung, die sich durch alle Generationen zieht. In den 1960er Jahren übernahmen Giovanni, Renzo und Piergiorgio Cielo das Gut und trieben innovative Produktionsprozesse voran, die dem Unternehmen eine erste überregionale Sichtbarkeit verschafften.
Der eigentliche Wendepunkt kam mit der Jahrtausendwende. Die vierte Generation, Luca und Pierpaolo Cielo, erkannte, dass das Modell des zugekauften Traubenmaterials strukturelle Grenzen hatte: Qualitätskontrolle, Rückverfolgbarkeit und Markenglaubwürdigkeit ließen sich so nicht dauerhaft sichern. Der Zusammenschluss mit der Genossenschaft Cantine dei Colli Berici war die Antwort, und zugleich eine Umbenennung, die Programm ist. Aus „Cielo" (Himmel) wurde „Cielo e Terra": Himmel und Erde, Tradition und Gemeinschaft, Weitblick und Bodenhaftung. Wer heute die Weine und Weingüter Italiens in ihrer Vielfalt erkunden möchte, findet in diesem Zusammenschluss ein Modell, das weit über Venetien hinaus Schule gemacht hat.
Die Colli Berici, jenes Hügelgebiet zwischen Verona und Padua, bilden seither das Herzstück des Terroirs. Die Böden vulkanischen Ursprungs verleihen den Weinen eine mineralische Spannung, die sich besonders bei autochthonen Rebsorten wie Garganega, Tai Rosso und Turbiana zeigt, Sorten, die in diesem Klima eine fast mediterrane Reife entwickeln, ohne dabei ihre strukturelle Frische zu verlieren.
Die Cielo e Terra Philosophie: B Corp und nachhaltiger Weinbau
Nachhaltigkeit ist im Weinbau ein Begriff, der inflationär gebraucht wird, und genau deshalb lohnt es sich, bei Cielo e Terra genauer hinzuschauen, welche Substanz hinter dem Anspruch steckt. Die Cielo e Terra Philosophie ist nicht auf ein Marketingversprechen reduzierbar, sondern durch zwei unabhängige Zertifizierungen belegt, die unterschiedliche Dimensionen des Unternehmenshandelns abdecken.
Die B Corp-Zertifizierung nach den B Lab Standards bewertet soziale und ökologische Leistung, Transparenz und Unternehmensverantwortung in einem integrierten Verfahren, das unabhängig auditiert und nach ISO 17021-1 verifiziert wird. Unternehmen, die dieses Siegel tragen, signalisieren Stakeholdern, also Kunden, Mitarbeitenden und Investoren, eine nachweisliche Verpflichtung gegenüber Menschen und Umwelt, nicht nur gegenüber Anteilseignern. Cielo e Terra gehört zu den wenigen Weinunternehmen Italiens, die diesen Nachweis erbracht haben.
Parallel dazu ist das Unternehmen Teil des VIVA-Programms, das vom italienischen Umweltministerium initiiert wurde und seit 2011 den offiziellen staatlichen Standard für Nachhaltigkeit im Weinbau definiert. VIVA misst und verbessert die ökologische Leistung entlang von vier Indikatoren, nämlich Luft, Wasser, Weinberg und Territorium, und hat sich in über einem Jahrzehnt zu einem anerkannten Referenzrahmen entwickelt. Aktuell umfasst das Programm mehr als 67.999 Hektar zertifizierter Weinbergsfläche. Das ist kein dekoratives Siegel, sondern ein Drahtseilakt zwischen wirtschaftlicher Skalierung und ökologischer Konsequenz, den nicht jedes Unternehmen dieser Größe besteht.
Konkret bedeutet das für Cielo e Terra: Reduzierung des Wasserverbrauchs in der Produktion, Einsatz erneuerbarer Energien, Förderung der Biodiversität in den Weinbergen der Genossenschaftswinzer und eine Lieferkettentransparenz, die über gesetzliche Mindestanforderungen hinausgeht. Mir persönlich erscheint gerade dieser letzte Punkt bemerkenswert, denn bei einem Netzwerk von über 2.000 Winzern ist Transparenz keine Selbstverständlichkeit, sondern eine organisatorische Leistung.
Meisterwerke im Glas: 3 Passo Bianco, 3 Passo Rosso und Casa Defrà

Die Produktpalette von Cielo e Terra ist kaleidoskopartig: rund 15 Marken, Rebsorten aus dem Norden bis in den Süden Italiens, Stilistiken von frisch-mineralisch bis tief-oxidativ. Drei Linien aber stehen exemplarisch für das, was das Unternehmen kann und will.
Der 3 Passo Bianco ist ein Weißwein, dessen Name das Herstellungsverfahren beschreibt: drei Schritte, drei Verarbeitungsmethoden, die unterschiedliche Reifezustände der Trauben kombinieren. Frisch geerntete Beeren, leicht angetrocknete Trauben und ein Anteil Appassimento-Material (also Trauben, die nach der Ernte auf Rosten oder Strohmatten nachgetrocknet werden) ergeben einen Wein, der strukturell mehr Körper und aromatische Tiefe mitbringt, als sein zugänglicher Preis vermuten lässt. Am Gaumen zeigt er eine cremige Textur, die durch eine lebendige Säurespannung in Balance gehalten wird, kein schwerer, süßlicher Appassimento-Stil, sondern ein Wein, der Frische und Fülle gleichzeitig behauptet.
Der Cielo e Terra 3 Passo Rosso folgt derselben Dreischritt-Logik, aber mit einer anderen Ausdrucksstärke. Dunkle Beerenfrucht, ein Hauch Tabak und eine samtige, aber nicht weiche Tanninstruktur prägen das Profil. Die Appassimento-Komponente verleiht dem Wein Konzentration und eine leicht erhöhte Alkoholpräsenz, ohne dass er in Schwere kippt. Wer die Weine der Cantina di Negrar kennt, einem anderen bedeutenden Akteur im venetischen Appassimento-Segment, wird die stilistischen Parallelen erkennen und zugleich die eigenständige Handschrift von Cielo e Terra schätzen.
Die Linie Casa Defrà markiert den Übergang zum Premiumsegment des Hauses. Hier arbeitet Cielo e Terra mit ausgewählten Terroirs und längeren Reifephasen, teils im Holz, teils auf der Hefe. Die Weine dieser Linie sind strukturierter, lagerfähiger und zeigen eine Komplexität, die über den unmittelbaren Trinkgenuss hinausweist.
| Wein | Stil | Rebsorten (Auswahl) | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| 3 Passo Bianco | Weißwein, vollmundig-frisch | Garganega, Pinot Grigio | Dreistufiges Appassimento-Verfahren |
| 3 Passo Rosso | Rotwein, strukturiert | Corvina, Merlot, Sangiovese | Appassimento-Anteil, samtiges Tannin |
| Casa Defrà Bianco | Weißwein, komplex | Garganega, Chardonnay | Holzreifung, erhöhte Lagerfähigkeit |
| Casa Defrà Rosso | Rotwein, tiefgründig | Corvina, Cabernet | Längere Mazerationszeit, Barrique |
Es gibt einen Mythos, der besagt, Appassimento-Weine seien zwangsläufig süß und schwer. Heute weiß man dank präziserer Kellertechnik und selektiver Traubenauswahl, dass das Verfahren ebenso gut für trockene, strukturreiche Weine mit ausgeprägter Säurespannung eingesetzt werden kann, genau das demonstriert die 3-Passo-Linie.
Cielo e Terra Weine kaufen: Warum das Preis-Genuss-Verhältnis überzeugt
Der globale Weinmarkt befindet sich in einer Phase struktureller Neuausrichtung. Laut den Daten der OIV (Internationale Organisation für Rebe und Wein) gehört Italien seit Jahren zu den drei größten Weinproduzenten der Welt, und zugleich zu den führenden Exportnationen, gemessen sowohl an Volumen als auch an Wert. In diesem Wettbewerbsumfeld, in dem Qualitätsweine aus Frankreich, Spanien und der Neuen Welt um dieselben Käufer konkurrieren, ist eine klare Positionierung überlebenswichtig.
Cielo e Terra Weine kaufen bedeutet, sich für ein Modell zu entscheiden, das Skalierung und Qualitätskontrolle nicht als Widerspruch behandelt. Die Genossenschaftsstruktur mit über 2.000 Winzern erlaubt eine Traubenversorgung, die in Qualität und Menge planbar ist, ein Vorteil, den kleinere Familienbetriebe strukturell nicht haben. Gleichzeitig verhindert die enge Einbindung der Winzer in die Qualitätsstrategie jene Anonymisierung, die viele Genossenschaftsweine in der Vergangenheit in die Mittelmäßigkeit geführt hat.
Das Preis-Genuss-Verhältnis, das Cielo e Terra im Markt besetzt, ist das Ergebnis dieser Struktur. Weine wie der 3 Passo Rosso oder der 3 Passo Bianco bewegen sich in einem Preissegment, das für viele Käufer den täglichen Genuss ermöglicht, ohne auf Herkunft und Handwerk zu verzichten. Wer das Sortiment breiter erkunden möchte, findet bei Weingütern wie Ornellaia den Gegenpol, Weine, die das absolute Spitzensegment Italiens repräsentieren und zeigen, welche Bandbreite der italienische Weinbau insgesamt abdeckt. Für einen anderen Blick auf die Verbindung von Tradition und Präzision lohnt sich auch ein Abstecher zu Kellerei Nals Margreid, einem Südtiroler Betrieb, der ähnliche Fragen zur Qualitätssicherung in der Genossenschaftsstruktur auf seine eigene Weise beantwortet.
Die Exportquote von 75 Prozent ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein Indikator für die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Märkte in Nordeuropa, Nordamerika und Asien haben Cielo e Terra als verlässliche Adresse für zugängliche, aber charaktervolle italienische Weine akzeptiert, und das in einem Umfeld, in dem Vertrauen in Herkunft und Produktionsstandards zunehmend kaufentscheidend wird.

Häufig gestellte Fragen zu italienischen Weinen und Cielo e Terra
Welche sind die 10 besten italienischen Weine?
Eine verbindliche Rangliste gibt es nicht, aber zu den konsistent hochbewerteten Weinen Italiens zählen Barolo und Barbaresco aus dem Piemont, Brunello di Montalcino aus der Toskana, Amarone della Valpolicella aus Venetien sowie Supertoscaner wie Sassicaia und Ornellaia. Hinzu kommen Franciacorta als Schaumwein und Vermentino di Sardegna als mineralischer Weißwein. Eine erweiterte Übersicht der besten italienischen Weine bietet weitere Orientierung.
Warum ist Italien für seinen Wein berühmt?
Italien vereint eine außergewöhnliche Rebsortenvielfalt von über 350 autochthonen Sorten, eine jahrtausendealte Weinbautradition und eine klimatische Bandbreite, die von alpinen Lagen in Südtirol bis zu mediterranen Terroirs in Sizilien reicht. Diese Kombination aus Diversität, Geschichte und regionaler Identität macht italienischen Wein weltweit zu einem Referenzpunkt für Herkunftscharakter und stilistische Eigenständigkeit.
Welcher italienische Wein ist der teuerste?
Zu den teuersten Weinen Italiens zählen Masseto (ein Merlot aus der Toskana), Sassicaia und bestimmte Jahrgänge des Brunello di Montalcino von Produzenten wie Biondi-Santi. Einzelne Flaschen erzielen auf Auktionen Preise im vierstelligen Eurobereich. OIV-Daten zeigen, dass das Premiumsegment des globalen Weinmarkts kontinuierlich wächst, was solche Preise strukturell stützt.
Welche Rebsorte in Italien ist die älteste?
Genetische Analysen deuten darauf hin, dass Greco und Aglianico zu den ältesten Rebsorten Italiens gehören, mit Ursprüngen, die bis in die griechische Kolonisierungszeit Süditaliens zurückreichen. Auch Primitivo zeigt genetische Verwandtschaft mit sehr alten Sorten des östlichen Mittelmeerraums. Eine eindeutige Antwort bleibt schwierig, da Ampelographie und Genetik hier noch offene Fragen hinterlassen.
Wer steckt hinter Cielo e Terra Wein?
Hinter Cielo e Terra stehen die Famiglia Cielo, die seit 1908 in Montorso Vicentino Weinbau betreibt, und die Genossenschaft Cantine dei Colli Berici mit über 2.000 Winzern. Die vierte Generation, Luca und Pierpaolo Cielo, vollzog den Zusammenschluss und richtete das Unternehmen auf internationale Märkte aus. Heute ist die Cielo e Terra Winery in mehr als 60 Ländern vertreten.
Sind die Weine von Cielo e Terra vegan?
Viele Weine von Cielo e Terra sind vegan, da das Unternehmen auf tierische Schönungsmittel wie Gelatine oder Kasein weitgehend verzichtet. Im Rahmen der B Corp-Zertifizierung und der VIVA-Nachhaltigkeitsstrategie legt Cielo e Terra Wert auf transparente Produktionsstandards. Für verbindliche Angaben zu einzelnen Weinen empfiehlt sich die direkte Anfrage beim Händler oder Importeur, da Rezepturen jahrgangsabhängig variieren können.
Cielo e Terra bei Vinovit entdecken
Die Geschichte von Cielo e Terra ist, bei aller Nüchternheit der Zahlen, auch eine Geschichte darüber, was passiert, wenn Familienstolz und genossenschaftliche Kraft in dieselbe Richtung ziehen. Ob das Modell dauerhaft trägt, ob die Balance zwischen Volumen und Qualität auch unter wachsendem Marktdruck zu halten ist, das bleibt eine offene Frage. Vielleicht ist genau das der Reiz: ein Weinprojekt, das groß genug ist, um Maßstäbe zu setzen, und klein genug im Geist, um die Erde nicht zu vergessen, auf der es gewachsen ist.
Wer die Weine von Cielo e Terra selbst verkosten möchte, findet bei Vinovit eine kuratierte Auswahl, mit der Möglichkeit, online zu bestellen oder sich in einer der Münchner Vinotheken persönlich beraten zu lassen. Jetzt im Online-Shop bestellen und die Cielo e Terra Erfolgsgeschichte im Glas erleben.